K.Ö.St.V. Asciburgia zu Oberschützen

Asciburgias Gründung fällt in eine bewegte Zeit. Am 2. Oktober 1922 stand das junge Burgenland ebenso wie die Republik Österreich und seine Bevölkerung vor vielen Problemen. Damals gründete der Student Ulrich Sattler aus Illmitz gemeinsam mit dem Wiener Jaro Sterbik-Lamina die Asciburgia als erste Studentenverbindung des Burgenlandes. Es war ihr aber vorerst nicht vergönnt, an ihrem Bestimmungsort Oberschützen Fuß zu fassen.Erst als der Priester Dr. Ignaz Glas, der bereits 1923 der Asciburgia beigetreten war, als Religionsprofessor nach Oberschützen kam, sollte die Verbindung zu leben beginnen. Da die Lehranstalten - im Gegensatz zum übrigen Österreich - Verbindungen verboten hatten, bildete sich im Geheimen eine verschworene Gemeinschaft, die sich auf Katholizismus, Treue zu Österreich und eifrigem Studium gründete.

 

Nunmehr setzte sich Altbundeskanzler Prälat Dr. Ignaz Seipel für die Asciburgia als kath. Verbindung in einem protestantischen Schulort ein. Am 15. Mai 1930 nahm er  Asciburgias Band an und nutzte die Gelegenheit, um Schüler und Professoren zu gegenseitiger Toleranz aufzurufen. Jetzt setzte ein großes Aufschwung der Verbindungen ein, und bald folgte die Aufhebung des Verbotes. Asciburgia entfaltete ein reiches Verbindungsleben. Bald schon sollte sich die Lage ändern. Während in Oberschützen die Tätigkeit illegaler Nationalsozialisten zunahm, wurde anderorts der Ständestaat proklamiert, zu dem die Asciburgen wie viele andere katholische Vereine in Treue standen. 1933 war Asciburgia aber auch an der Gründung des Mittelschülerkartellverbandes beteiligt. Schmähaktionen und Schikanen sollten die jungen Studenten durch die nächsten Jahre begleiten, die in der Erstürmung des Verbindungsheimes am 12. März und der Verhaftung eines Großteils der Asciburgen in den Tagen des Anschlusses gipfelten. Viele waren nun laufenden Verfolgungen und Unterdrückungen ausgesetzt. Sie scheuten sich aber nicht, immer wieder durch Widerstand ihren Prinzipien treu zu bleiben.

 

Die Reaktivierung der Asciburgia sollte erst 1954 gelingen und ist auf das unermüdliche Engagement des Oberwarter Lehrers Wilhelm Kelemen zurückzuführen. Die Reaktivierungsfeierlichkeiten am 15. Mai 1955 wurden zu einem der glanzvollsten Feste des Mittelschülerkartellverbandes in den 1950er Jahren. Asciburgia erlebte eine neue Hochblüte und konnte Dutzende Schüler für sich begeistern. In den nächsten Jahren entwickelte sich Asciburgia zu einer treibenden Kraft im Bgld-MKV und war an vielen Verbindungsgründungen im Burgenland beteiligt. Dennoch gab es immer wieder Einbrüche und Rückschläge. Aber dieAsciburgia setzt sich jeher für Schüler und ander Menschen ein. Bezeichnend sind etwa caritative Veranstaltungen, gesellschaftspolitisches Engagement im Zeichen christlicher Verantwortung, Schülervertretung und Schulpolitik, aber auch die besondere Gemeinschaft innerhalb der Verbindung.